Trauerbegleitung

Grundsätzlich ist mein Unterstützungsangebot eine Einladung an Sie, sich Zeit und Raum für Ihre Trauer zu geben.  In die Begegnung mit Ihnen fließen mein Anliegen und meine Haltung mit ein.

Trauerbegleitung  zwischen Tod und Bestattung

In entscheidungsrelevanten Situationen in der Zeit zwischen Tod und Bestattung gebe ich Ihnen stützenden und stabilisierenden Beistand beim Abschiednehmen, beim Be-greifen des toten Körpers und helfe Ihnen, mutig und kreativ stimmige Handlungsmöglichkeiten für sich zu finden und zu wagen. Diese Begleitung ist eine Form von Krisenintervention.

Trauerbegleitung nach Bestattung bei Verlust durch Tod
einer nahestehenden Person oder eines Haustieres

Trauer ist die natürliche Reaktion auf einen bedeutsamen Verlust. Die einschneidenden Veränderungen können krisenhaft erlebt werden, weshalb eine professionelle Trauerbegleitung für eine begrenzte Zeit eine gute Unterstützung bei der Bewältigung sein kann.
Trauerwissen: Trauerprozess / Trauerwissen: Natürlicher Trauerverlauf Trauerwissen: Trauer-Erleben

Die Trauerbegleitung findet in geschütztem Rahmen in meinem Praxisraum oder aufsuchend in Ihrem vertrauten Lebensumfeld statt. Sie kann auch Begleitung sein beim Besuch am Grab, durch Mitgehen zu belastenden Terminen z.B. Gerichtsverhandlung oder beim Aufsuchen bedeutsamer Plätze, in Verlustsituationen durch besonders belastende Todesursachen z.B. der Ort des Geschehens.

In der Trauerbegleitung gehe ich ein Stück Ihres Trauerwegs flexibel und haltgebend an Ihrer Seite mit. Ich ermutige Sie dabei, Ihre emotionale Befindlichkeit vorurteilsfrei erleben und annehmen zu können. Durch adäquates Eingehen auf Ihre individuellen Bedürfnisse unterstütze ich Sie, neue Lebenserfahrungen zu machen, aber ich rege auch an, ureigene Kraftquellen wieder zu finden. Weitere Informationen zu meiner Arbeitsweise und zu Methoden finden Sie hier.

Im Verlauf des anstrengenden Trauerprozesses auftretende Widerstände sollten in einer Trauerbegleitung von der trauernden Person ernst genommen und angesprochen werden. Sie können dann behutsam betrachtet, ggf. verändert oder aufgelöst werden bzw. die Begleitung angepasst werden.

Der stets individuelle Verlauf des Trauerprozesses lässt eine verbindliche Aussage über die Dauer von professioneller Trauerbegleitung nicht zu. Wie das Duale Prozessmodell (DPM) anschaulich zeigt, bewegen sich Trauernde in der Dynamik der Verlustbewältigung und des Neugestaltens.
Durch Trauerbegleitung biete ich Ihnen eine stützende verbindliche Terminstruktur mit der Gewähr, dass Sie sich Ihren Trauergefühlen zuwenden können.

Der Beginn einer Trauerbegleitung kann unmittelbar nach der Bestattung sein. Im Vordergrund stehen Stabilisierung und Ressourcenaktivierung: das physische und psychische Überleben muß gesichert werden, ggf. ist bei körperlichen Reaktionen eine medizinisch-ärztliche Abklärung hinzu zu ziehen.
Ich unterstütze Sie dabei, Ihre soziale Situation zu sondieren:

  • die Hilfemöglichkeiten durch Ihr soziales Umfeld (Familie, Freundeskreis, NachbarInnen…)
  • Ihre finanzielle Situation sowie Fragen der sozialen Absicherung (Arbeitssituation, Versorgung von Kindern, Angehörigen…).

Eine Trauerbegleitung kann aber auch einige Wochen/ Monate später begonnen werden. Das erste Jahr nach dem Verlust ist erfahrungsgemäß eine sehr schwere Zeit, da Lebensereignisse wie z.B. Geburtstag und wichtige andere Jahresdaten nun erstmalig ohne die verstorbene Person bzw. das Haustier erlebt werden. Es kann sein, dass Trauernde das erste Jahr stark handlungsorientiert wie unter Schock durchleben, um das Überleben zu sichern. Entsprechend können sich im zweiten Trauerjahr  verlustbezogene, emotionsorientierte Stressoren wie Emotionen, Sehnsüchte, Erinnerungen etc. in den Vordergrund drängen und die Realität der veränderten Lebensumstände schmerzhaft bewusst machen.

Nachholende Trauerbegleitung

Es gibt Lebenssituationen, in denen viele Jahre seit dem Todesfall vergangen sind, und es regt sich die Trauer um diesen Verlust. Häufig handelt es sich um frühe Verluste aus der Kindheit oder Jugendzeit, welche unverarbeitet geblieben sind und zu einer aktuellen Lebensproblematik wie z.B. Beziehungsprobleme, Suchtverhalten, eine Depression oder Angsterkrankung beitragen. Auch diese Trauer kann Jahrzehnte nach dem Todesfall noch nachholend durchlebt und gewandelt werden. Weitere Informationen unter Trauerwissen: nachholende Trauer.

Perimortale Trauerbegleitung

Eine perimortale Trauer kann sich im Verlauf einer Begleitung eines Krankheitsprozesses entwickeln.  Als „perimortal“ wird der Zeitraum bezeichnet, welcher die Todesstunde und die Stunden unmittelbar vor und nach dem Tod einschließt. Weitere Informationen unter Trauerwissen: perimortale Trauer.

Komplizierter Trauerverlauf

Wenn der Verlust durch dramatische Todesumstände passierte oder zusätzliche Belastungsfaktoren die Trauersituation erschweren, ermutige ich Sie, trotz aller Widrigkeiten eine Akzeptanz und neue Perspektiven zu entwickeln.
Der Trauerprozess kann jedoch kompliziert verlaufen und sich zu einer anhaltenden Trauerstörung entwickeln. Dann kann zusätzlich Systemische Psychotherapie erforderlich sein. Das gilt auch für einen Trauerverlauf nach Erleben von traumatischen Umständen im Zusammenhang mit dem Tod der geliebten Person. Je nach Schwere der Belastung bzw. bei Entwicklung von Störungen (z.b. Posttraumatische Belastungsstörung – PTBS – nach traumatischem Erleben)  kooperiere ich mit FachkollegInnen. So kann ggf. eine spezielle Traumatherapie zunächst für die Bearbeitung traumatischer Symptome, welche die Trauer überdecken, erforderlich sein. Weitere Informationen unter Trauerwissen: komplizierter Trauerverlauf.

 

Hier finden Sie Informationen zu  Rahmenbedingungen und Kosten